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Mit dem Aufstellungsbeschluss vom 21.05.2026 hat die Stadt Oer-Erkenschwick den Beginn der Planungen für ein mögliches Solar-Batteriekraftwerk eingeleitet. Das Projekt befindet sich derzeit in einer frühen Entwicklungsphase. In den kommenden acht bis zwölf Monaten sollen die planungsrechtlichen Grundlagen erarbeitet und mit der Bevölkerung abgestimmt werden.
Bürgerinnen und Bürger sollen daher frühzeitig über die Planungen informiert werden, um eine aktive Mitgestaltung des weiteren Prozesses zu ermöglichen. Das Projekt wird gemeinsam vom Planungsbüro ansvar2030 und der Energiegenossenschaft Stimberg eG aus Oer-Erkenschwick entwickelt. Die Realisierung übernimmt die ENERPARC AG mit Sitz in Hamburg. Geplant ist eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit Batteriespeicher auf rund 25 Hektar derzeit landwirtschaftlich genutzter Fläche. Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag zu einer günstigeren und unabhängigeren Energieversorgung leisten. Durch die unmittelbare Nähe – rund 300 Meter Luftlinie zum Gewerbegebiet sowie etwa 1,2 Kilometer zum Maritimo – könnte eine preisgünstige und direkteStromversorgung ermöglicht werden. Dies könnte indirekt zur Standortsicherung von Arbeitsplätzen und Freizeiteinrichtungen beitragen sowie Energie- und möglicherweise auch Ticketpreise senken.
„Im Ruhrgebiet liegt die Wiege der industriellen Revolution in Deutschland. Ein Großteil der fossilen Energie kam aus dem Ruhrgebiet – und künftig wird Energie zunehmend aus Wind und Sonne gewonnen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass dieser Wandel auch im Ruhrgebiet gestaltet wird –ohne Schaden für Mensch, Tier und Umwelt“, sagt Felix Rodenjohann, Gründer und Geschäftsführer von ansvar2030, im Hinblick auf die Rolle des Ruhrgebiets in der Energiewende mit Blick auf die Rolle des Ruhrgebiets in der Energiewende.
Die Flächen westlich der Holtgarde wurden insbesondere aufgrund der Nähe zu potenziellen Stromabnehmern und zum Umspannwerk ausgewählt. Auch wenn das Solar-Batteriekraftwerk auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet werden soll, bleibt die landwirtschaftliche Struktur der Region erhalten: Der Flächenbedarf entspricht rund 2,5 Prozent der aktuellen landwirtschaftlichen Nutzfläche in Oer-Erkenschwick. Die derzeitigen Landwirte werden aktiv in das Planverfahren eingebunden. Die Anlage ist zudem weitgehend rückbaubar. Die tatsächliche Flächenversiegelung beträgt lediglich etwa ein Prozent und entfällt überwiegend auf Batteriespeicher und weitere Netzinfrastruktur. Die Unterkonstruktion der Solarmodule wird in den Boden gerammt und nicht betoniert. Perspektivisch bleibt eine spätere landwirtschaftliche Nutzung der Flächen daher möglich. Zudem kann sich der Boden während der Laufzeit der PV-Anlage regenerieren; vorgesehen ist unter anderem eine Beweidung durch Schafe. Solarstrom aus Freiflächenanlagen zählt heute

  • wie eine Untersuchung des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zeigt – zu den günstigsten und zuverlässigsten Formen der Stromerzeugung und kann zugleich planbare Einnahmen für Kommunen schaffen. Auch eine kürzlich veröffentlichte Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass Städte und Gemeinden durch Projekte mit erneuerbaren Energien langfristig zusätzliche Einnahmen erzielen können.
  • etwa durch Gewerbesteuern, Pachteinnahmen oder Beteiligungen an der Energieerzeugung.
    Über die Energiegenossenschaft Stimberg eG sollen sich Bürgerinnen und Bürger aus Oer-Erkenschwick finanziell am Projekt beteiligen und davon profitieren können. Auch die Einführung eines Bürgerstromtarifs für Haushalte in Oer-Erkenschwick erscheint realistisch. Durch die Beteiligung der Energiegenossenschaft könnte das Projekt zudem einen wichtigen Strukturimpuls für den Kreis Recklinghausen setzen und darüber hinaus Strahlkraft entfalten.

„Die Solarenergie wird nicht nur vor Ort produziert, statt aus fernen Ländern importiert zu werden.Durch die Beteiligung der Energiegenossenschaft können Bürgerinnen und Bürger außerdem selbst Teil der neuen Energiewirtschaft werden und davon profitieren“, betont Ben Broda, ebenfalls Geschäftsführer von ansvar2030.
Besonders wichtig sind ansvar2030 und der Energiegenossenschaft Stimberg eG ein offener und nachvollziehbarer Entwicklungsprozess. Bis zu einer möglichen Umsetzung wird das Projekt einen mehrjährigen Planungs-, Prüfungs- und Beteiligungsprozess durchlaufen. Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Lokalpolitik sind ausdrücklich eingeladen, sich aktiv in die weiteren Planungen einzubringen.
Zur frühzeitigen Information wurde eine Website mit ersten Inhalten und Antworten auf häufig gestellte Fragen eingerichtet: www.ansvar.com/oer-erkenschwick
Die FAQs können in Kürze ebenfalls über die Website der Energiegenossenschaft Stimberg eG abgerufen werden.
Darüber hinaus besteht bereits die Möglichkeit, Interesse an einer finanziellen Beteiligung an der Anlage anzumelden. Zudem findet am 1. Juli 2026 um 18:00 Uhr in der Stadthalle Oer-Erkenschwick eine öffentliche Informations- und Dialogveranstaltung zum Projekt statt. Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger, Anwohnerinnen und Anwohner, Landwirte, politische Vertreterinnen und Vertreter sowie weitere Interessierte.

Material:
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE: „Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien“ https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/stromgestehungskostenerneuerbare-energien.html